Warum ich kein Senfhund bin

Wie ich gelernt habe, meinen Mund zu halten, wenn ich mich nicht auskenne.


Ich bin nicht die Schnellste, eigentlich bin ich ein eher gemächlicher Typ. Wer mich schon mal auf der Bühne gesehen hat, wird dies verneinen. Besonders was meine Sprechgeschwindigkeit betrifft, ist schnell vielleicht noch untertrieben.

Rasant, Höllentempo, affenartige Geschwindigkeit würde wohl eher passen.

Völlig anders bin ich jedoch in meiner psychologischen Praxis, wenn es darum geht, empathisch und genau hinzuhören und dann, wenn ich auf etwas Neues stoße und mich in eine Materie einarbeite.


Vielleicht hab ich das ja auch auf der Uni gelernt, denn als junge Studentin war ich immer die erste, wenn es darum ging, sich (vor)schnell seine Meinung zu bilden und sie auch lautstark kund zu tun.


Einige sehr einprägsame Seminare lehrten mich, sich zuerst einmal mit der Faktenlage vertraut zu machen, und das so umfangreich wie möglich, bevor man etwas Sinnvolles dazu äußern kann, auf das sich andere ja dann auch verlassen sollen.


Bei der Literaturrecherche für meine Dipolmarbeit hieß das damals (und hoffentlich auch noch heute): Wenn du nur mehr auf wissenschaftliche Artikel stößt, in denen auf andere Artikel oder Autoren, die du schon gelesen hast, verwiesen wird, dann hast Du einen passablen Überblick über ein Themengebiet erlangt. Vorher gibt es immer noch Aspekte, mit denen du dich nicht auseinandergesetzt hast.


(Das ist auch der Grund dafür, warum Menschen mit hohem Bildungsgrad immer sehr bedächtig und vorsichtig mit ihren Einschätzungen und Lösungsvorschlägen sind - weil es so viele Fakten und Zusammenhänge gibt, die zu berücksichtigen sind oder ihnen auch noch völlig unbekannt sind. Das ist auch der Grund, warum sehr doofe Menschen so schnell Patentlösungen haben, weil sie einfach keinen Tau von der Materie haben und nicht ahnen können, was passieren würde, wenn man ihre kurzsichtigen Vorschläge einfach so umsetzen würde.)


Seit meinem Studium informiere ich mich immer zuerst einmal aus möglichst zuverlässigen, unterschiedlichen Quellen, bevor ich mir eine Meinung bilde und warte bis viele Fakten klar auf dem Tisch sind.

Das wird in unserer derzeitigen Ausnahmesituation wohl noch eine Weile dauern. Ich glaube sehr spannend wird im Nachhinein der Vergleich sein, welche Maßnahmen der unterschiedlichen Staaten langfristig erfolgreich waren und welche nicht.

Dabei ist natürlich auch noch darüber zu diskutieren, was in diesem Falle das Wort „erfolgreich“ bedeutet und wo man die Messlatte ansetzt –Humanitär, Ökonomisch, Ganzheitlich, Ökologisch oder oder oder …... Vermutlich wird man erst in 50 oder 100 Jahren sagen können, was in unserer heutigen Situation hilfreich/erfolgreich war oder gewesen wäre. Aber aus der heutigen Perspektive und noch dazu mit meinem bescheidenen Wissensstand als Nicht-Virologin, Nicht-Ärztin, Nicht-Volkswirtin, Nicht-Ökonomin und was weiß ich, was ich noch alles nicht weiß, wage ich keine Prognose, denn wie heißt es so schön:


Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

Dieses schöne Zitat wird abwechselnd Mark Twain, Winston Churchill, und Kurt Tucholsky zugeschrieben, ich gebe hier sicherheitshalber mal alle drei an


Wie auch immer – diese meine Art, mir zuerst ein möglichst stabiles Bild zu machen, bevor ich meinen Senf dazu gebe, ist der Grund, warum ich seit Beginn des Ausnahmezustandes in den sozialen Medien kaum aktiv geworden bin.

Ich habe nur ein paar Interviewanfragen wegen psychologischer Tipps zum Umgang mit Home Office oder dem engen Zusammenleben beantwortet, mich aber ansonsten nicht öffentlich geäußert.


Es gab plötzlich so viele Menschen, die zu diesen rapiden Entwicklungen so schnell etwas zu sagen hatten, da konnte ich mich getrost zurücklehnen. Senfhunde gab es mehr als genug.

(Senfhund: einer, der überall seinen Senf dazugibt – frei aus meiner Erinnerung, ich glaube aus dem Kabarett Simpl)

So habe ich die letzten drei Wochen eher für meine Familie und mich genutzt. Aber auch, um kreativ zu werden.

Das Resultat ist nun dieser Blog, der schon lange auf meiner To Do Liste stand.

Hier teile ich mit Euch meine Gedanken, Tipps und Anregungen mit und was auch immer mir sonst noch ein Anliegen sein wird, hier für Euch festzuhalten.







Bücherei: Bild von Pexels auf Pixabay

Kind: Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

restliche Bilder gekauft auf Shutterstock

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